Roshany Vijenthiran

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Indischer Tempeltanz

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bei der
Vernissage




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Bharatha Natiyam

Indischer Tempeltanz

Bereits vor 2000 Jahren war in Südindien die Tanzkunst in Blüte. Eine der ältesten Formen des hinduistischen Tanzes ist Bharatha Natiyam. Natiyam bedeutet Tanz, Bharatha ist der Name des Dichters, der diese Tanzform beschrieben und ihn in einer Lehrschrift, Natiyasástram, systematisiert hat .

Von Bharatha erfahren wir auch, wie die Tanzkunst von den Göttern zu den Menschen kam. Bharatha Natiyam ist ursprünglich ein religiöser Tanz, der zu Ehren der Götter in den Tempeln getanzt wurde. Nach Bharatha ist der Ursprung Tanzes der „Universale Tänzer“, Shiva selbst. Als Tänzer ist Shiva „Nataraja“, der Herr der Künste, der „kosmische Tänzer“ . Sein Tanz erhält die Welt.

Im 1. Vers der Tanzlehrschrift Abinaya Darpana, heißt es :

Welten als Bilder

Worte Allklang

Mond und Sternenornamente

O allumfassendes Heiliges Eines

O Tanzendes – Shiva nenne ich Dich.

Um die Weisheit von Shivas kosmischen Tanz zu verstehen und zu übermitteln, bedarf es der vollkommenen Meisterung dieses Tanzes. Die Tänzerinnen streben einer harmonischen Verbindung zwischen Ausdruck, Melodie und Rhythmus an.

Dies ist auch im Namen Bharatha Natiyam symbolisiert.

“Bha“ – Bhava Ausdruck

“ra“ – Raga Melodie

“tha“ – Thala Rhythmus

“Natiyam“ Tanz

Die indische Kunst wird als etwas Heiliges betrachtet und verlangt deshalb nicht nur vom Darsteller eine größtmögliche äußere und innere Vollkommenheit, sondern sucht eine entsprechende Haltung und Einstellung des Publikums.

Der Tanz hat folgende Anteile:

Nirutham

Niruthiyam und

Natiyam

Nirutham ist ein reiner Tanz ohne besonderen Ausdruck und Mimik. Die Bewegungen haben keine bestimmte Bedeutung, sondern dienen nur der reinen Schönheit. Im Nirutham kommen die Tanztechnik, das Taktgefühl der Tänzerin, Posen und komplizierte Rhythmiken zum Ausdruck.

Im Niruthiyam kommen die Bewegungen des ganzen Körpers zusammen mit Ausdruck und Mimik zusamnmen. Jede Bewegung und jede Veränderung der Mimik haben ihre eigene Bedeutung. Diese Art ist die Grundlage des Tanzes.

Natiyam ist die Kombination von beidem, von Nirutham und Niruthiyam. Durch diese Art des Tanzes wird meist eine ganze Geschichte an Hand von Gestik und Mimik zum Ausdruck gebracht.


Die Fußschellen (Kinkini)

Die Fußschellen sind ein wichtiger Bestandteil im Tanz. Glocken sind ein himmlisches Symbol und haben in fast allen Kulturen sakralen Charakter. Sie geben akustisch die Göttlichkeit des Tanzes wieder und heben so jede Bewegung der Tänzerin auf eine höhere Ebene.

Früher trugen die Tänzerin an jedem Fuß 100 kleine Glocken. Heute sind es etwa noch 30-50 Glocken, die an einem Lederband befestigt sind.

Natiya Kiramam
Die Regeln des Tanzes

Yatho hastas thatho thristi
Wohin die Hände gehen, müssen die Augen folgen

Yatho thristi thatho manas
Wohin die Augen gehen, muß der Verstand folgen

Yatho manas thatho bavas
Wo der Verstand führt, erscheint Bava
(Ausdruck)

Yatho bavas thatho rasaka
Wo Bava erscheint, zeigen sich die verschiedenen Rasa (Gefühlszustände)
Liebe, Zorn, Widerwille, Mut, Frieden, Humor, Mitgefühl, Angst, Haß

Roshany Vijenthiran
Januar 2004


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